Routenplan von Phönix

Verfolge unsere Route und klicke auf die Häfen!
Viel Spaß!

Zurück zum Überblick

11. bis 13. November 2019

Madagaskar

Madagaskar ist der zweitgrößte Inselstaat der Welt. Menschen aus dem indonesischen Raum besiedelten die Insel. Es wird Malagasi gesprochen. Die Sprache gehört zu der malaiich-polynesischen Sprachfamilie. Sie ist neben französisch Amtsprache. Auch die Pirogen, kleine schmale Boote, mit denen die Fischer küstennah unterwegs sind, sind aus der indonesischen Welt. Nach und nach gab es dann auch eine Besiedlung von Afrika aus.

Wir hatten zu wenig Zeit, um die Vielfalt Madagaskars zu sehen, denn schon um 15 Uhr war die Abfahrt zur Insel Sainte Marie geplant. Wir lagen im Hafen von Antsiranana an der Nordspitze der Insel. Deshalb waren Ausflüge weit ins Innere des Landes nicht möglich.

Antsiranana

Schon die Fahrt in den nahe gelegenen Ankarana Nationalpark mit den ockerfarbenen Tsingys war abenteuerlich. Der Park ist kaum mehr als 40 km von Antsiranana entfernt, wir waren mit den Jeeps fast zwei Stunden unterwegs.

Als Kolonne fuhren die 12 Jeeps auf einer noch recht passablen Straße. Kaum hatten wir die erstaunlich saubere Stadt verlassen, mussten die Fahrer den ersten Schlaglöchern ausweichen. Aber immerhin noch war es eine Betonstraße. Als wir dann von der Hauptstraße abwichen, ging es die letzten 16 km über staubige Sandwege. Auf den ausgewaschenen Wegen stand das Auto so schief, dass ich dachte, es wird kippen. Die Fahrer vertrauten ihren Jeeps, sie hatten offensichtlich viel Spaß, fuhren schnell und überholten an unmöglichen Stellen. Sie muteten uns und ihren Autos viel zu. Spannender konnte die Rallye Paris-Dakar auch nicht gewesen sein.

Wir fuhren durch kleine Dörfer mit einfachsten Holzhütten, sahen über grüne Reisfelder und graues trockenes Buschland. Uns wurden Chamelions und große Eidechsen gezeigt. An jeder winzigen Wasserstelle wuschen Frauen Wäsche und trockneten sie dann auf Feldern oder an Bäumen. Unsere Kolonne war der Hingucker, denn oft schienen hier keine Fremden entlang zu fahren.

Jedenfalls erreichten unser Ziel unversehrt aber tüchtig durchgerüttelt.

Die Tsingys sind messerscharfe Steinformationen, sie laufen spitz zu und sind bis 20m hoch. Durch Erosion und Verwitterung ist dieser faszinierende fossile Wald aus Kalksteinnadel entstanden. Die Höhe konnte ich nicht abschätzen, dazu hätte ich einen steilen Sandweg hinunter steigen und vor allem wieder hoch klettern müssen. Das war es mir bei 29 oC nicht wert. Auch von oben hatte ich einen schöne Blick auf das "Vallée de Tsingy". Das Tal bietet ein schönes Farbspiel von tiefem Ocker bis weiß, dazwischen zart grünes und graublaues Buschwerk.

Wir hatten zwar nicht den großen Tsingy-Nationalpark besuchen können, denn der liegt im Zentrum der Insel und ist bei den Straßenverhältnissen, die wir kennen gelernt haben, in der kurzen Zeit nicht erreichbar. Aber unser Ausflug war sehr schön, dem tat auch das etwas unorganisierte Essen in einem einfachen Restaurant keinen Abbruch.

Insel "Sainte Marie"

Bis zur Insel "Sainte Maria" im Osten von Madagaskar lagen 377 Seemeilen vor uns. Wir hatten am 11. November in Antsiranana um 17 Uhr abgelegt und erreichten am 12. November mittags um 12 Uhr unseren Ankerplatz vor der Inselhauptstadt Ambodifotatra. Die Insel ist 57 km lang und 7 km breit. Sie diente im 17. Und 18 Jahrhundert als Unterschlupf für Piraten.

Wir hatten am Nachmittag noch Zeit, uns in der kleinen Stadt umzusehen. Empfangen wurden wir mit fröhlichem Gesang eines Chores buntgekleideter Frauen. Auch sonst hatte man sich auf die Ankunft des Kreuzfahrtschiffes vorbereitet. Viele Verkaufsstände und jede Menge Tuc-Tucs und Fahrradrikschas standen bereit. Die Fahrer hofften, mit uns das große Geschäft zu machen und hatten merkwürdige Preisvorstellungen. Man musste verhandeln, so kamen wir für 4 Stunden von 50 € schließlich auf 25 € für 2 Personen. Das war für beide Seiten akzeptierbar.

Aber am ersten Nachmittag liefen wir erst einmal durch die Straßen der Stadt. Außer der Hauptstraße gab es nur Sandwege. Aber alles war vorhanden, es gab Friseure, Handwerker, Banken und erstaunlich viel Stände mit Bekleidung. Auffallend war, wie sauber und ordentlich die Menschen trotz der staubigen Straßen und der Hitze angezogen waren. Während unsere Kleidung bei unserer Rückkehr zum Schiff staubig und verschwitzt war. Uns half nur eine Dusche und den Sachen die Waschmaschine.

Wir lagen in der Nacht vom 12. auf den 13. November "vor Madagaskar". So konnten wir gleich nach dem Frühstück an Land fahren.

Zusammen mit Gabi nahmen wir unter den oben beschriebenen Bedingungen ein Tuc-Tuc. Wir wollten zum Piratenfriedhof und anschließend zum Strand. Dafür mussten wir über zwei Molen fahren. Dann ging es an der ältesten Kirche Madagaskars vorbei. Sie war Geschenk der Königin Eugéne von Frankreich und hatte sicher bessere Zeiten gesehen.

Innerhalb der Lagune liegt auf der "Ile aux Forbans" der ehemalige Versammlungsort der Piraten und der Friedhof. An einer Kasse zahlten wir je 5 € und wurden dann auf dem weiteren Weg begleitet. Erst war der Weg harmlos, dann aber mussten wir über einen sehr schmalen aus Steinen aufgeschichteten Damm balancieren. Gabi wollte keinen Sturz riskieren und ging zurück. Ich hatte auch Angst zu fallen, aber am Händchen unseres Begleiters schaffte ich es, die Furt zu überqueren. Auf dem Inselchen musste ich noch einen recht steilen Weg nach oben gehen, dann war mein Ziel, der Piratenfriedhof, erreicht. Uns wurden die Gräber einzelner Piraten gezeigt, wobei eigentlich nur umgefallene Grabsteine zu sehen waren.

Mir spukten schon die Bedenken vor dem komplizierten Rückweg im Kopf herum, bis mir mein freundlicher Begleiter erklärte, ich könne für 1 US$ mit einer Piroge die schwierige Wegstrecke umschiffen. Ziemlich entspannt stieg ich in den Einbaum und überließ mich einem alten Mann, der mich sicher durch das seichte Wasser an das gegenüber liegende Ufer stakte.

Nun konnten wir unsere Fahrt zum Strand fortsetzen. Das letzte Stück quälte unser Fahrer sein Tuk-Tuk durch weichen Sand und tief ausgefahrene Furchen. Am Strand angekommen waren wir nicht die einzigen, die halbe Schiffsbesatzung und viele Passagiere hatten die gleiche Idee. Wir verbrachten dort zwei entspannende Stunden. Es wehte ein leichter Wind, so dass von der Hitze nichts zu merken war. Ich saß unter großen Bäumen und genoss den Blick über das türkisfarbene Wasser.

Zurück kam uns der Weg viel kürzer vor. Jedenfalls erreichten wir pünktlich unser Schiff und hatten genug Zeit uns auf den Abend vorzubereiten.

Der Kapitän hatte alle "Durchfahrer" zu einem festlichen Grillabend eingeladen. Die Kopernikus-Bar auf Deck 9 am Heck des Schiffes war feierlich geschmückt. Die Tische waren fein gedeckt und ein üppiges Büfett aufgebaut. Es gab hervorragenden Wein zu dem leckeren Essen. Es war ein schöner Abend.

Antsiranana

Bilder vergrößern






Insel "Sainte Marie"

Bilder vergrößern